Küchengespräche mit Francesco (Apulien)

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Aus Melissano, Apulien

Melissano ist eine kleine Stadt, die sich am Absatz von Italien befindet, in der Region Apulien.

Francesco ist 20 Kilometer nördwestlich von meinem Freund aufgewachsen. Die zwei sind zusammen ins Gymnasium gegangen. Danach haben sie sich aber aus den Augen verloren und erst nach dem Studium eines Tages zufällig wieder in Mailand getroffen. Von da an blieben sie allerdings Freunde. Und so hab auch ich Francesco kennengelernt!

Egal ob wir uns in Mailand treffen oder im Sommer in Apulien am Meer. Francesco ist zu einem Freund geworden, den man zwar nicht so oft sieht, aber wenn, dann hat man das Gefühl, als ob man erst gestern das letzte Mal zusammengesessen ist.

Daher war ich umso erfreuter, dass er einwilligte, meine Fragen zu beantworten, um uns ein bisschen aus dem Nähkästchen über italienisches Essen und Gepflogenheiten zu erzählen!

Ich hab das Interview für euch auf Deutsch übersetzt. Wollt ihr es in der Originalsprache lesen, dann klickt doch einfach auf nachfolgenden Link:

ECCO QUI L’INTERVISTA IN ITALIANO!

Nun aber zu Francesco! Er ist 33, in Melissano geboren und aufgewachsen und zurzeit wohnhaft in Mailand.

Ciao Francesco!

 

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Erzähl uns doch mal ein wenig darüber, wer du bist und wo du aufgewachsen bist.
Ich bin Ingenieur con la passione per la musica, l’arte, il buon cibo e il buon vino, meine Leidenschaft gilt der Musik, der Kunst, gutem Essen und gutem Wein. Ich bin aus Melissano, Apulien!

 

Was bedeutet Essen für dich?
Essen definiert, wer wir sind: unsere Stimmung, unseren Geruch, die Art und Weise, wie wir uns mit anderen in Verbindung setzen.

 

Kochst du gerne?
Ja, es entspannt mich und macht mir Spaß.

 

Welchen Wert hat Essen in Deiner Familie?
In meiner Familie gibt es keine typischen italienischen Mütter und Omas, die sogenannte Super-Köchinnen sind. Essen ist, was uns alle an einem Tisch zusammenbringt. Die Lebensmittel werden oft im heimischen Garten selbst angebaut.

 

Was sind typische Gerichte aus Deiner Region?
Maritati (orecchiedde + „minchiareddhi“) mit Tomatensauce und Fleischbällchen. Ansonsten auch Feldgemüse, also wildes Gemüse, das sich nicht im Supermarkt finden lässt.

Ps.: Mehr zu Maritati findet ihr im Anschluss an das Interview!

 

Hast du ein Lieblingsrezept aus deiner Kindheit?
Polpette, polpette, polpette! Fleischbällchen!

 

Wer ist der beste Koch / die beste Köchin für dich?
Ich mag Köche von kleinen Restaurants. Diejenigen, die alleine einkaufen und mit den Gästen des Restaurants sprechen. Ich habe keine Lieblingsperson. Vielleicht Cannavacciuolo!

 

Welche Zutat darf in Deiner Küche niemals fehlen?
Pasta di qualità, ovviamente 🙂 Qualitätspasta natürlich 🙂

 

Was darf niemals auf dem Tisch fehlen?
Olio extra vergine di oliva di prima scelta.

 

Was macht die italienische Küche für Dich so besonders?
Semplicità: pochi ingredienti ma di grande qualità. Einfachheit: wenige Zutaten aber von hervorragender Qualität.

 

Was würdest du kochen, um jemanden damit zu beeindrucken?
Pasta al nero di seppia con frutti di mare. Schwarze Tintenfisch-Pasta mit Meeresfrüchten.

 

Welche Art von Pasta ist deine absolute Lieblings-Pasta?
Spaghetti quadrati alla chitarra, Quadratische Spaghetti.

 

Was würdest Du Nicht-Italienern über italienisches Essen sagen? Auf was sollten Sie achten, was sollten Sie vermeiden?
Die Aromen der italienischen Küche sind delikat: Mit Zwiebeln und Knoblauch sollte man haushalten.

 

Auf Eatalicious gibt es typische italienische und österreichische Rezepte. Gibt es ein Rezept, das du gerne auf Eatalicious sehen würdest?
Come cucinare gli spaghetti coi frutti di mare in maniera semplice e gustosa. Wie man Spaghetti mit Meeresfrüchten auf einfache und leckere Weise zubereitet.

Danke für das Interview Francesco!

Die Spaghetti mit Meeresfrüchten sind eine wunderbare Idee für Eatalicious! Da ich mit der Zubereitung von diesen noch nicht bewandert bin, freue ich mich schon, wenn ich das nächste Mal in Süditalien bei der Familie meines Freundes bin. Dann werde ich diese mit der Mamma meines Freundes auf den Tisch zaubern und den Vorgang für euch, meine Leserinnen und Leser dokumentieren.

Was sind nun Maritati?

Francesco nannte Maritati mit Tomatensauce und Fleischbällchen als typisches Gericht aus seiner Region.

Maritati meint zwei miteinander Verheiratete. Eine Metapher für zwei Pastasorten, die in einem Gericht  vereint werden. Dabei handelt es sich um „Orecchiedde“ und „Minchiareddhi“, wie sie Francesco so schön genannt hat. Das ist übrigens kein korrektes Italienisch, die Begriffe stammen aus seinem Dialekt!

Auf folgendem Bild seht ihr die zwei Pastasorten:

index

Orecchiedde + Minchiareddhi = Maritati

Minchiareddhi

Minchiareddhi gehören zu den Stracinati, die längliche Pastasorte auf dem Bild. Das ist eine typische Pastasorte aus Süditalien. Darunter fallen weitere Teigwaren, die dadurch gekennzeichnet sind, dass der Teig mit dem Finger gezogen wird (trascinare=ziehen), um längliche und abgeflachte Stücke zu erhalten. Je nach Zubereitung bekommen die Stracinati einen anderen Namen. Sie können größer oder kleiner sein, mit mehr oder weniger erhöhten Kanten, die von Hand oder mit Spezialwerkzeugen gezogen werden. Minchiareddi sind etwa typisch für Apulien. Allerdings hängt die Bezeichnung der Pasta nicht nur von der Zubereitung ab! Auch davon wo genau man herkommt. Im Ort von meinem Freund etwa, der wie gesagt nur 20km von Melissano entfernt liegt, sagt man Maccheroni zu den Minchiareddhi!

Orecchiette

Orecchiette hingegen sind euch wahrscheinlich schon eher bekannt, denn man bekommt sie auch in den heimischen Supermärkten! Orecchiette sind typisch für die Region Bari. Jedes Teigstück wird mit der Fingerspitze, einem Löffel oder Messer bearbeitet, bis es die typische runde Form erreicht, die sich perfekt für reichhaltige Soßen eignet. Jede Provinz hat ihren eigenen Namen und ihre typischen Rezepte für diese Pastasorte.

2 Gedanken zu “Küchengespräche mit Francesco (Apulien)

  1. Pingback: Küchengespräche mit Giusy |

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