Küchengespräche mit Luana (Abruzzen)

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Die Küchengespräche mit Luana (Abruzzen) handeln von der Italienerin und ihrer Herkunftsregion. Die Abruzzen liegen östlich von Rom. Wie Luana im Interview beschreibt, ist die Gegend sehr vielseitig. Sie besteht zum einen aus einer rauen Landschaft mit typischen Bergdörfern. Zum anderen gibt es aber auch die Adriaküste mit den Trabocchi. Das sind hölzerne Fischfangkonstruktionen, die ihr auf dem Foto seht. Luana gibt uns im Interview nun einen Einblick in die typischen Gerichte und Traditionen ihrer Herkunftsregion. Aber am besten ihr lest die Küchengespräche mit Luana (Abruzzen) einfach selbst.

Hier gibt es die Küchengespräche mit Luana (Abruzzen) in Originalsprache:

Ecco l’intervista in italiano: Food Interview con Luana del Abruzzo.

Hallo Luana. Erzähl uns doch mal ein wenig darüber, wer du bist und wo du aufgewachsen bist.

Ich wurde vor ungefähr 30 Jahren in Vasto geboren. Das ist eine Stadt im südlichen Teil der Abruzzen an der Trabocchi-Küste. Dort hab ich bis zu meinem 27. Lebensjahr gewohnt. An der Universität von d’Annunzio in Chieti habe ich Klinische Psychologie studiert. Danach bin ich aus beruflichen Gründen nach Mailand gezogen, wo ich bis heute lebe.

Was bedeutet Essen für dich?

Essen ist für mich eine Form des Austauschs und des Teilens. Es steht für Werte und Traditionen, die weitergegeben werden. Essen kann auch Erinnerungen an vergangene Momente und gelebte Emotionen hervorrufen.

Kochst du gerne?

Ja! Ich liebe es zu kochen. Besonders für andere. Ich richte gerne Essenseinladungen zu Hause aus. Diese Momente teile ich gerne mit den Menschen, die mir wichtig sind. Kochen ist für mich einerseits eine Geste der Liebe zu mir selbst. Andererseits aber auch zu den Menschen, die ich gern hab.

Welchen Wert hat Essen in Deiner Familie?

In meiner Familie ist Essen Symbol für Teilen. Es kommt oft vor, dass wir uns zum Mittag- oder Abendessen treffen. Vor allem in der Weihnachtszeit. Da versammelt sich die ganze Familie. Jeder bereitet ein klassisches Gericht zu, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Essen wird dabei zu einem Ritual, einem Moment des Teilens und der Beziehung.

In den Abruzzen gehört es zur Tradition, die Familie zusammentrommeln und selbst angebaute Nahrungsmittel zu verarbeiten. Dazu zählt die Herstellung von Wurstwaren, Wein, Tomatenkonserven. Aber auch das Ernten und Pressen von Oliven. In meiner Familie ist die Erhaltung und Weitergabe regionaler Anbautechniken von Weizen und Oliven üblich. Mein Onkel war erst kürzlich am Anbau von antiken Getreidesorten in der Gegend von Celenza am Trigno beteiligt. Das ist ein Dorf in der Berggemeinde des Alto Vasto. Mit Leidenschaft und Engagement hat er zwei alte Getreidearten angebaut. Die bodenständige Solina-Weichweizensorte und die Hartweizensorte Senatore Cappelli. Er hat seine Leidenschaft für Tradition mit modernen Produktionstechniken kombiniert. So konnnte er eine Produktlinie des Agrar- und Lebensmittelunternehmens Valle del Trigno unter der Marke „Le Terre del Trigno“ vermarkten. Sie stellen Nudeln und Olivenöl mit Respekt für die Rohstoffe der Umgebung her.

Was sind typische Gerichte deiner Region?

In den Abruzzen gibt es viele traditionelle Gerichte. Einerseits durch die Hirtentraditionen aus den Berggebieten im Landesinneren. Andererseits durch die Fischküche der Küste:

  • Ein typisches Lebensmittel ist die Ventricina. Das ist eine Wurstsorte aus Schweinefleisch. Sie wird mit süßem oder würzigem Paprikapulver gemacht.
  • Pallotte Cace E Ove sind kleine Bällchen. Sie werden aus altbackenem Brot, Eiern und Pecorino und/oder dem Hartkäse Rigatino hergestellt. Zuerst werden sie frittiert und anschließend mit Tomatensoße serviert.
  • Cif e ciaf ist ein Bauerngericht. Es besteht aus Schweinebacken, Bauchspeck, Schweinerippchen und Fleisch. Es wird in einer Pfanne mit Öl, Knoblauch und getrocknetem Paprika zubereitet.
  • Natürlich darf ich die berühmten Arrosticini nicht auslassen. Das sind gegrillte Spieße aus Schaffleisch.
  • Brühe mit Disteln ist ein traditionelles Gericht für Weihnachten. Es besteht aus Karden und Kalbsfleischbällchen. Außerdem kommen noch Stracciatella, Ei und Käse dazu.
  • Ein typisches Rezept der Seefahrertradition ist der Fischeintopf. Dieses traditionelle Gericht besteht aus lokalem Fisch, der in einer typischen Terrakotta-Pfanne gekocht wird. Noch heute verwendet man Fischfangkonstruktionen namens „Trabocchi“ zum Angeln. Bauern nutzten sie dafür einst in Zeiten der Hungersnot. Dabei handelt es sich um hölzerne Plattformen, die bis zum Meer reichen. Durch ein großes Netz, das an der Plattform angebracht ist, wird gefischt. Heute sind viele Trabocchi in Restaurants umgewandelt worden. Sie kochen dort den Fang des Tages. Auf dem Trabocchi Mittag-  oder Abendzuessen halte ich für eine wirklich aufregende Lebenserfahrung!

Aber auch Desserts und Liköre gibt es allerhand:

  • Unter den Desserts befindet sich meine Lieblingstorte die „Pizza Dogge“. In der Antike war sie eine Hochzeitstorte. Sie besteht aus einem mit Likör getränkten Biskuitkuchen, gefüllt mit Schokoladencreme und weißer Sahne.
  • Andere typische Süßigkeiten sind Bocconotti. Oder auch Mürbteigkuchen gefüllt mit Schokolade und Mandeln oder gefüllt mit Traubenmarmelade aus Montepulciano.
  • Cagionetti sind süße Ravioli gefüllt mit Kichererbsen oder frittierten Kastanien.
  • Parrozzo ist ein uraltes Dessert in halbkugelförmigen Form. Er besteht aus Mandeln und Grieß, bedeckt mit Schokolade.
  • Tarallucci werden aus Mürbteig bestehend aus Mehl, Öl und Wein zubereitet. Man füllt sie mit Mandeln und Traubenmarmelade.
  • Neole oder Ferratelle sind süße Waffeln aus Keksteig. Sie werden mit einem speziellen Gusseisen gemacht. Dieses verleiht den Waffeln ihre charakteristische Form und Gestalt. Einst brachten sie die Großmutter als Mitgift. Die Waffeln schmecken auch mit Honig und Walnüssen gefüllt.
  • Ich möchte auch einige Liköre erwähnen, die typisch für die Abruzzen sind. Die Ratafia gewinnt man aus Sauerkirschen und Rotwein aus Trauben der Montepulciano-Rebe. Der Enzian stammt von der Pflanze. Diese wird im Apennin von der Enzianwurzeln mit Alkohol, Zucker und Weißwein gewonnen. Und schließlich der berühmte Likör Centerba. Er besteht aus 100 aromatischen Kräutern.

Hast du ein Lieblingsrezept aus deiner Kindheit?

Mein Lieblingsrezept darf an Weihnachten nicht fehlen. Es handelt sich um Brühe mit Karden. Das Gericht ruft wunderschöne Erinnerungen in mir hervor, sowie die Wärme der vereinten Familie.

Wer ist der beste Koch/die beste Köchin für dich?

Meine Mutter und mein Bruder zählen für mich zu den besten Köchen. Meine Mutter kocht ausgezeichnete traditionelle Gerichte. Mein Bruder ist von der traditionellen Küche inspiriert. Er verleiht ihr aber immer auch einen Hauch von Innovation.

Welche Zutat darf in Deiner Küche niemals fehlen?

Ich verwende beim Kochen oft Käse. Er kommt in all meinen Lieblingsrezepten vor.

Was darf niemals auf dem Tisch fehlen?

Brot und Olivenöl dürfen am Tisch nicht fehlen. Sie sind unverzichtbar als Beilage zu jedem Essen.

Was macht die italienische Küche für Dich so besonders?

Meiner Meinung nach ist die italienische Küche etwas Besonderes. Das liegt daran, dass sie einfach ist und aus Nahrungsmitteln von höchster Qualität besteht.

Was würdest du kochen, um jemanden damit zu beeindrucken?

Ich habe kein bestimmtes Rezept im Sinn. Oft erfinde ich die Gerichte, die ich am besten kann vor Ort. Sie bestehen dann aus Zutaten, die ich zufällig zu Hause finde.

Welche Art von Pasta ist deine absolute Lieblings-Pasta?

Ohne Zweifel Gitarren-Spaghetti. Das sind Nudeln aus den Abruzzen. Sie wurden ursprünglich mit einem Utensil aus Holz und Saiten hergestellt. Daher auch der Name Gitarre.

Was würdest Du Nicht-Italienern über italienisches Essen sagen? Auf was sollten Sie achten? Was sollten Sie vermeiden?

Achtet auf die Echtheit italienischer Lebensmittel und Weine. Dabei empfiehlt es sich immer sorgfältig das Etikett zu lesen.

Auf Eatalicious gibt es typische italienische und österreichische Rezepte. Welches Gericht möchtest du gerne auf dem Blog sehen?

Ich würde gerne das Rezept für die Pallotte Cace E Ove sehen. Es ist lecker, wird mit wenigen Zutaten zubereitet, ist aber sehr geschmackvoll.

Das waren die Küchengespräche mit Luana (Abruzzen).

Vielen Dank für das Interview Luana!


Küchengespräche mit Vittoria (Lombardei)

Hier stelle ich euch die Küchengespräche mit Vittoria (Lombardei) vor. Die liebe Vittoria habe ich in Mailand kennengelernt. Heute träum ich noch vom Risotto alla Milanese con Ossobuco, das sie für uns zubereitet hat. Daher hab ich auch gleich an sie gedacht, als ich jemanden aus der Lombardei für die Küchengespräche suchte.

Hier gibt es die Küchengespräche mit Vittoria (Lombardei) in Originalsprache:

Ecco l’intervista in italiano: Food Interview con Vittoria della Lombardia

Nun aber zu Vittoria! Sie ist 29, in Mailand geboren und aufgewachsen und wohnt zur Zeit in Berlin. Vittoria hat uns auch ein Foto von ihr mitgebracht, auf dem sie mit ihrer Mama und Oma zu sehen ist. Drei Generationen, die unter anderem die Liebe zu gutem Essen und zum Kochen verbindet, strahlen in die Kamera 🙂

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Ciao Vittoria!

Erzähl uns doch mal ein wenig darüber, wer du bist und wo du aufgewachsen bist.

Ciao! Mein Name ist Vittoria, ich bin in Mailand geboren und aufgewachsen und vor knapp zwei Jahren nach Berlin gezogen. Momentan arbeite ich mit Begeisterung für ein junges Berliner Startup im Marketingbereich, aber meine Wurzeln liegen zweifellos in der Kunst und in der Küche.

Was bedeutet Essen für dich?

Alles! Ich liebe essen und kochen. Ich bin überzeugt, dass ein schön gedeckter Tisch mit gutem Essen jeden Konflikt zum Schweigen bringen kann. Während dem Kochen regt das Essen die Kreativität an und während dem Essen selbst löst es einen angenehmen Zustand der Euphorie am Gaumen und im Herzen aus!
Ich liebe es auch zu reisen und der beste Weg, die Kultur eines Ortes kennenzulernen, ist zweifellos durch das Essen!

Kochst du gerne?

Assolutamente, auf jeden Fall!

Welchen Wert hat Essen in Deiner Familie?

In meiner Familie spielt das Essen eine wichtige Rolle, auch wenn ich es nicht wagen würde, es mit der Bedeutung zu vergleichen, die es sicherlich in Süditalien hat 🙂
Ich bin in einer Familie von guten Essern aufgewachsen und habe meine Leidenschaft für das Kochen von meiner Mutter und meiner Großmutter geerbt.

Was sind typische Gerichte aus Deiner Region?

  • Risotto alla Milanese mit Ossobuco
  • Cassoeula
  • Panettone

Und viele mehr, die sicher nicht für ihre Leichtigkeit und ihren geringen Fettgehalt bekannt sind 🙂

Hast du ein Lieblingsrezept aus deiner Kindheit?

Polpettone con purè di patate di mia mamma: Hackbraten mit Kartoffelpüree von meiner Mama. Das ist immer noch das Gericht, um das ich sie jedes Jahr zu meinem Geburtstag bitte!

Wer ist der beste Koch / die beste Köchin für dich?

Mit dieser Frage bringst du mich in Schwierigkeiten … gehen meine Mutter und meine Großmutter zusammen als Antwort durch? 🙂

Welche Zutat darf in Deiner Küche niemals fehlen?

Eine Prise Kardamom.

Was darf niemals auf dem Tisch fehlen?

Natives Olivenöl extra.

Was macht die italienische Küche für Dich so besonders?

Die Einfachheit und Unverfälschtheit der Zutaten und die Vielfalt an Rezepten und typischen Gerichten, die jede Region Italiens charakterisieren.

Was würdest du kochen, um jemanden damit zu beeindrucken?

Ein Mailänder Risotto mit Ossobuco in Gremolada … in der Hoffnung, dass ich niemanden mitten im Sommer damit beeindrucken muss!

Welche Art von Pasta ist deine absolute Lieblings-Pasta?

Spaghetti alla Carbonara.

Was würdest Du Nicht-Italienern über italienisches Essen sagen? Auf was sollten Sie achten, was sollten Sie vermeiden?

Das ist eine gute Frage, liebe Sophie! Ich habe es mittlerweile aufgegeben, nachdem ich schon länger in Deutschland lebe! Aber wenn ich dir wirklich ein paar Sachen nennen soll… Ketchup ist keine Alternative zur Tomate und obwohl ich zugeben muss, dass es eine originelle Idee ist: Salat auf Nudeln NEIN! Er ersetzt nicht den Basilikum! 🙂

Auf Eatalicious gibt es typische italienische und österreichische Rezepte. Gibt es ein Rezept, das du gerne auf Eatalicious sehen würdest?

Eine Linzer Torte! Meine absolute Lieblingstorte.

Ich hoffe euch haben die Küchengespräche mit Vittoria (Lombardei) gefallen.

Grazie mille für das Interview Vittoria!!! Ich hoffe deine Erzählung verliert nicht an Authenzität durch meine Übersetzung. Nachdem ich ja aus Linz bin, freut es mich ganz besonders, dass du dir eine Linzer Torte auf Eatalicious wünschst! Tatsächlich fand ich auch gleich Gelegenheit eine zu machen! Hier das Rezept der Linzer Torte.